Virtueller Tag der Industriekultur Drucken E-Mail
Freitag, 17. August 2007

dekalin01.jpg
Foto: Frank Michna

Die Bilder der alten Dekalin-Werke von Frank Michna
Hanau - Alles nur geträumt? Fast nichts ist mehr da von den alten Dekalin-Werken an der Hanauer Bruchköbeler Landstrasse. Ein neues modernes Stadtviertel ist dort im Entstehen. Noch vor ein paar Jahren konnte man den Zerfall der alten Industriebauten dort beobachten. Frank Michna aus Frankfurt hat genau das gemacht. In zahlreichen Bilder hat er eine Bestandsaufnahme des Gebäudezustands fotografiert und uns so ein Bild der Vergänglichkeit bewahrt.

dekalin02.jpg
Foto: Frank Michna

Es sind nicht nur die Gebäude zu sehen. Auch die Wandlungen der Innenräume kann man nachvollziehen. Die Künstler der Gruppe Radau haben hier ihre Werke für ein kurze Zeit hinterlassen. So sind diese für die Nachwelt in Form von digitalen Daten erhalten. Sie können die ganze Bilderschau von Frank Michna über die Dekalin im Internet abrufen. Unter http://www.industriezerfall.de/Dekalin/Viewer-Dekalin.html gelangen Sie direkt zu den Fotos.

Frank Michna hat jedoch nicht nur die Hanauer Dekalin in ihrem Zerfall begleitet. Er reist durch ganz Deutschland und fotografiert in seiner Freizeit aufgegebene Industriebauten. Herr Michna betreibt seine Sammlung des Zerfalls als Hobby: "Eigentlich spiegelt es mehr mein Hobby wieder in dem ich aus großem Interesse an der Industriekulturgeschichte in innerem Lande versuche die letzten Überbleibsel, die es heute noch von fast vergessenen Firmen gibt fotografisch festzuhalten, und interessierten Menschen zugänglich zu machen. Leider kommt man oft zu spät, dann ist vieles schon weggerissen oder total verwahrlost."

Auch wenn der Fotograf seine Arbeit nicht als Profi betreibt ist dieses Projekt bereits jetzt äusserst wertvoll. Immer mehr Fotografen widmen ihre Freizeit dem Thema "Vergänglichkeit unserer Kultur". Bleibt zu hoffen, dass sich bald Verlage und Kunstvereine oder Museen finden, die die Arbeiten in angemessener Weise präsentieren. Frank Michna stellt eher den dokumentarischen Charakter in den Vordergrund. Doch haben die Bilder eine hohe ästhetische Qualität. Die Bildsprache ist zwar eine ganz andere, dennoch drängt sich der Vergleich mit den Arbeiten des Ehepaares Hilla und Bernd Becher auf. Unsere Industrie- und Arbeitskultur unterliegt einem stetigen Wandel. Wir können froh über alle sein, die diese Veränderungen für die Nachwelt festhalten. Die Industrie und die Firmen tragen dazu selbst leider sehr wenig bei.

"Das Projekt mache ich größtenteils allein, bin aber auf den Ausflügen immer zur Sicherheit in Begleitung. In solch alten Gebäuden lauern ja so allerlei Gefahren. Bin meist in Begleitung vom Betreiber der Seite www.Schattenlose.de , der wie ich auch aus Frankfurt kommt. Bücher oder andere Veröffentlichungen sind nicht vorgesehen, da sich leider meine Schreiberqualitäten weit ab hinter den fotografischen befinden. Meine Industriezerfallseite habe ich seit Anfang 2006 in Betrieb, vorher war ich nur in diversen Fotoforen aktiv. Ich bin Mitte 30, und arbeite in der Chemie, die Fotografie war und ist immer nur ein Hobby von mir." so Frank Michna.

Die ganze Internetpräsentation finden sie unter www.industriezerfall.de .

 

 
< zurück