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17. Mai 2012
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Partnerschaft mit Taizhou beschlossen

Magistrat und Stadtverordnete bestätigen Verbindung mit China
Hanau. Die Hanauer Städtepartnerschaft mit der chinesischen Stadt Taizhou ist ausgemachte Sache. In ihren Januar-Sitzungen haben der Magistrat und das Stadtparlament der Stadt Hanau die Verbindung mit der Millionenstadt Taizhou in der Provinz Zhejiang beschlossen. Noch in diesem Frühjahr, werden offizielle Vertreter der Stadtregierung von Taizhou nach Hanau reisen, um die Partnerschaft offiziell zu besiegeln. Der Gegenbesuch der Hanauer Delegation ist für den Herbst 2012 geplant.

"Die Erfahrungen mit den Städtepartnerschaften mit Tottori und Jaroslawl haben gezeigt, dass im Zeitalter der Globalisierung und der modernen Kommunikationsmedien eine intensive Städtepartnerschaft auch bei großer geographischer Entfernung möglich ist", so Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Gerade im Hinblick auf die weltweiten Wirtschaftsbeziehungen sei es für den Wirtschafts- und Hochtechnologiestandort Hanau, als Teil der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, von besonderer Bedeutung, den Stellenwert Hanaus im Geflecht der internationalen Beziehungen zu stärken. "Besonders in dieser Hinsicht sind Hanau und Taizhou geeignete und ideale Partner", ergänzt Wirtschaftsdezernent Dr. Ralf-Rainer Piesold, zu dessen Verantwortungsbereich seit Ende 2011 auch das Thema "Internationale Beziehungen" zählt. Der Stadtrat reiste erst vor wenigen Monaten persönlich nach China, um die Verbindung der beiden Städte zu festigen. "Mit der Städtepartnerschaft zwischen Hanau und Taizhou soll ein Beitrag zur Festigung und Untermauerung der bereits bestehenden diplomatischen Beziehungen Deutschlands und Chinas als weltweit führende Industrienationen und Partner in Politik, Wirtschaft, Kultur sowie in vielen anderen Bereichen geleistet werden", so Piesold. Mehrere Unternehmer aus Hanau hätten bereits Kontakt zu ihm aufgenommen und Interesse an Geschäftsbeziehungen mit der chinesischen Stadt geäußert. "Als Wirtschaftsdezernent freut es mich natürlich besonders, dass die Städtepartnerschaft auch hier den Weg ebnen kann", so Piesold. Sowohl Hanau als auch Taizhou hätten großes Interesse an der Gründung eines deutsch-chinesischen Handelszentrums in Hanau, um die beidseitigen Geschäftsinteressen weiter zu fördern. "Wir arbeiten intensiv an der Realisierung dieser Idee."

Auch bei den Stadtverordneten stößt die Verbindung mit Taizhou auf Zustimmung. "Die Fraktionen im Kleeblatt begrüßen die Aufnahme der Städtepartnerschaft ausdrücklich", kommentiert Stadtverordneter Stefan Weiß. "Wir finden es sehr gut und sehr spannend eine Partnerschaft mit einer chinesischen Stadt zu haben und freuen uns auf diese Weise über ein wichtiges anderes Land und globale Beziehungen lernen zu können."

Seit 2009 unterhält Hanau freundschaftliche Beziehungen mit der Provinzhauptstadt Taizhou. Diese entstanden aus einer Schulpartnerschaft zwischen der Karl-Rehbein-Schule und der Middleschool Sanmen in Sanmen, einem Stadtteil von Taizhou. Heute finden zahlreiche Kontakte zwischen verschiedenen Einrichtungen aus kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen beider Städte statt. Diese vielfältigen Beziehungen werden durch einen Partnerschaftsverein unter Leitung von Jürgen Scheuermann und Jens Gottwald koordiniert.

"Ich freue mich sehr, dass die Vorarbeit, die ich bereits in meiner Funktion als Stadtverordnetenvorsteher und als Leiter der Karl-Rehbein-Schule in den vergangenen Jahren geleistet habe, jetzt Früchte trägt", sagt Jürgen Scheuermann. "Die offizielle Besiegelung der Städtepartnerschaft stellt eine besondere Würdigung des Engagements des Partnerschaftsvereins dar, durch dessen Einsatz die Beziehungen zwischen Hanau und Taizhou in den zurückliegenden Jahren geknüpft, erweitert und gefestigt wurden."

 

Hintergrund:
Taizhou liegt in der Provinz Zhejiang der Volksrepublik China. Die Stadt hat ca. 5,6 Millionen Einwohner und eine Fläche von 9.413 km². Die Stadt liegt verkehrsgünstig und besitzt eine gute Infrastruktur. Südlich der wirtschaftlich-technischen Entwicklungszone Shanghais, zwischen Wenzhou und Ningbo gelegen, hat Taizhou einen eigenen Flughafen und verfügt über eine gute Anbindung im Bereich Schiene und Straße. Der Binnenschiffsverkehr ist ebenso weit entwickelt wie die Seehäfen der Stadt. Entlang des Jiaojiang (Jiao Flusses) haben sich zahlreiche Werften angesiedelt.

Seit der Durchführung der Reform- und Öffnungspolitik Deng Xiaopings hat Taizhou sich wirtschaftlich und gesellschaftlich immens entwickelt. Insbesondere der industrielle Bereich ist durch ein rapides Wachstum gekennzeichnet. Im Rahmen einer Delegationsreise im Jahr 2011 wurden die Unternehmen Geely (Automobilfirmen) und Gemsy (Nähmaschinen und Textilien) besucht. Der Bankenmarkt in Taizhou ist ebenso stark entwickelt und spezialisiert auf die Leichtindustrie. Taizhou verfügt insgesamt über drei lokale Geschäftsbanken. Gemeinsam mit dem Delegationsmitglied Robert Restani, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hanau, wurden Gespräche mit der Bank of Taizhou geführt und eine Geschäftsverbindung der Bank of Taizhou zur HELABA hergestellt.

Neben dem Wirtschaftsbereich verfügt Taizhou auch über hervorragende kulturelle Einrichtungen. Der Tiantai-Berg ist der Ursprung der Tiantai-Schule des Buddhismus und der Südschule des Daoismus. Auch gilt die Stadt als Ursprungsort der Genossenschaften. Zu den Sehenswürdigkeiten der Region zählen weiterhin der Guoqing-Tempel, der Steinbalken-Wasserfall und die Kunstglas-Ausstellungshalle.

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