Im Hinblick auf Konzeption, Methodik und nachhaltige Finanzierung habe die Hanauer Delegation in den drei Freizeitstätten "im Grunde alles gehört und alles gesehen", was für ein Brüder-Grimm-Kulturzentrum bedeutsam sei, so der OB zum Abschluss der zweitägigen Reise. Dass diese eine wichtige Arbeitsgrundlage gewesen sei, diese Einschätzung Kaminskys teilte die Delegation.
Der Rathaus-Chef hob hervor, dass die Teilnehmenden an einem Tag morgens um sechs Uhr in Hanau gestartet und am Folgetag um Mitternacht wieder hier angekommen seien. Das sei ein "bemerkenswertes Zeitopfer", das alle zum Wohle der Brüder-Grimm-Stadt auf sich genommen hätten.
Hanaus Oberbürgermeister bezeichnete das Brüder-Grimm-Kulturzentrum als "auf Jahre hinaus einmalig zu entwickelndes Masterprojekt", mit dem sich für die Brüder-Grimm-Stadt entscheidend Identität nach innen und Image in der Außenwirkung stiften lasse. Hier dürfe Hanau "nicht kleckern, sondern müsse klotzen", um nachhaltig auch den finanziellen Erfolg des Brüder-Grimm-Kulturzentrums zu sichern. Er mahnte jedoch, "konzeptionell stocksolide" an dieser Stadtentwicklungschance zu arbeiten und rief zu "kritischer Begeisterung" dafür auf.
Kaminsky hob hervor, dass sich die bei der Fachexkursion besichtigten Freizeitstätten "selbst tragen und tragen müssen". Das müsse auch eine Konzeption für Hanau "von vornherein gewährleisten". Es bedürfe noch einiger Anstrengung, eine solche Investition für Hanau zu stemmen.
Kaminsky begründete das Ziel, ein Kulturzentrum in Hanau zu schaffen, auch damit, "dass der Status Brüder-Grimm-Stadt für uns als Oberzentrum nicht das letzte Signal für gesteigertes Selbstbewusstsein sein kann". Er dankte Jan F. Kobernuß, Geschäftsführer der ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH (Köln), der die Exkursion zusammen mit Heidi Williams von der Tourist-Information im Hanauer Rathaus vorbereitet hatte.
| Mitmach-Museum "Brüder-Grimm"? |
|
Wie kann das aussehen? Aschenputtel helfen die Körner zu sortieren oder die "Hänsel und Gretel"- Hexe in den Ofen stecken? |
Der Delegation aus Hanau wurde klar, dass das Brüder-Grimm-Kulturzentrum ein Haus mit Alleinstellungsmerkmal sei muss, um in der Konkurrenz mit anderen museumsähnlichen Kultureinrichtungen in der Republik bestehen zu können. Ebenso zeigten alle Besichtigungsobjekte, dass das Kulturangebot immer wieder hinterfragt und teils erneuert und erweitert werden muss, um für Besucher interessant genug zu bleiben.
Nachhaltig in Erinnerung bleiben wird der Hanauer Delegation die Aussage eines Vertreters vom Deutschen Auswandererhaus: "Das Haus ist für die Stadt zur Seele geworden." Er gab den Rat mit auf den Weg: "Je kleiner die Stadt, desto stimmiger muss das Konzept sein". Bremerhaven ist nicht sehr viel größer als Hanau.
Eine Delegationsteilnehmerin aus Hanau fasste hernach die Reise nach Norddeutschland für sich so zusammen: "Ich bin mit einer Idee weggefahren und kehre mit der Überzeugung zurück, dass das Brüder-Grimm-Kulturzentrum machbar ist." (PSHU)