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Private Photovoltaikanlagen: Ökonomisch sinnvoll und steuerlich nicht unkompliziert

Photovoltaikanlagen wandeln Sonnenenergie in Strom um. Photovoltaik bezeichnet die Umwandlung von Lichtenergie (i.d.R. Sonnenenergie) in elektrischen Strom. Der gewonnene Strom kann in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Hierfür erhält der Betreiber der Photovoltaikanlage eine Vergütung vom Betreiber des Stromnetzes.

Eine Vergütung für die Einspeisung des erzeugten Stroms in das öffentliche Stromnetz wird nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) dem Betreiber einer Photovoltaikanlage für 20 Jahre garantiert. Die Vergütung ist gesetzlich damit geregelt und subventioniert. Die tatsächliche Höhe der Vergütung hängt vom Jahr der Inbetriebnahme der Anlage ab.

Seit dem 1.4.2012 wird bei Neuanlagen der Eigenverbrauch nicht mehr vergütet. Mit speziellen Programmen fördert der Gesetzgeber durch verbilligte Darlehen (Kredite KfW) auch die Investitionen in den Bau von Photovoltaikanlagen. Hierzu können Zuschüsse und Zinsverbilligte Darlehen (1%) gehören. Soweit der Betreiber einer Photovoltaikanlage seinen gewonnenen Strom an einen Netzbetreiber verkauft und dies ist in den meisten Fällen der Fall,  ist er dem Grunde nach Unternehmer und unterliegt den besonderen allgemeinen  und steuerlichen Pflichten eines Unternehmens. Die Betreiber von Energieanlagen deren Leistungen an den Netzbetreiber oder/und die Mieter des Hauses verkauft werden, erzielen Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Darüber hinaus ist der Unternehmer gewerbesteuer- und umsatzsteuersteuerpflichtig. Der Betrieb ist beim örtlichen Finanzamt anzumelden. Hierzu kann auch der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung aus den Internetportalen der Finanzverwaltung genutzt werden. Inwieweit eine gewerberechtliche Anmeldung bei der Gemeinde erforderlich ist, ist im Einzelfall zu klären und hängt im Wesentlichen von der Größe der Anlage ab. Auch wenn das Umsatzsteuerrecht bei Kleinunternehmern (Jahresumsatz bis 17.500€) eine Befreiung von der Umsatzsteuer vorsieht, lohnt sich hier in den meisten Fällen die Option zur Umsatzsteuer. In diesem Fall wird die Vorsteuer aus dem Anlagenkauf vom Finanzamt zurückerstattet und mindert demgemäß die Anschaffungskosten. Steuerpflichtige Einnahmen aus dem Betrieb der Photovoltaikanlage entstehen dann durch die Einspeisevergütung, einer etwaigen Vergütung des Eigenverbrauchs und dem Selbstverbrauch. Die Umsatzsteuer für die Zahlungen des Netzbetreibers (Einspeisevergütung, Vergütung des Eigenverbrauchs) wird, im Falle der Option zur Umsatzsteuer, von diesem zusätzlich zu dem vereinbarten Nettoentgelt erstattet und an den Betreiber der Photovoltaikanlage überwiesen (Einspeisevergütung ./. Differenz für Rücklieferung wegen Eigenverbrauch / Eigenverbrauchsförderung). Bei neueren Photovoltaikanlagen erfolgt keine generelle Einspeisung des erzeugten Stromes in das Netz des Netzbetreibers, sondern nur in Höhe des nicht selbst verbrauchten Stromes. Der selbstverbrauchte Strom stellt eine Entnahme da, die steuerlich berücksichtigt werden muss. Letztlich werden sämtliche Kosten der PV-Anlage steuermindernd berücksichtigt. Im Gegenzug sind demgemäß auch sämtliche „Einnahmen“ steuererhöhend zu ermitteln. Das Finanzamt lässt zur Ermittlung des sogenannten Entnahmeeigenverbrauchs pauschale Regelungen zu (0,20€ je KW). Tatsächlich liegen, insbesondere bei den neuen Anlagen, die Herstellungs- / Produktionskosten je KW bei nur ca. 0,10 – 0,18€. Es lohnt sich damit die Produktionskosten je KW selbst zu ermitteln. Dies erfolgt durch Verteilung der Anschaffungskosten auf die Laufzeit der Anlage (i.d.R. 20 Jahre) und die Berücksichtigung der jährlichen lfd. Kosten wie Versicherungen, Wartungskosten und Steuerberatungskosten. Zur Ermittlung der Produktionskosten je KW teilt man nun die jährlichen Kosten der PV-Anlage durch die durchschnittliche Jahresproduktion. Im Falle der Umsatzsteueroption sind die Nettobeträge zu berücksichtigen und dann der Eigenverbrauch mit 19% der Umsatzsteuer zu unterziehen. Zur Erstellung der Einkommensteuererklärung ist eine Gewinnermittlung in Form einer einfachen Einnahmen-/Ausgabenrechnung zu erstellen. Auch hier gibt es leider steuerliche Besonderheiten die oft zu Fehlern mit finanziellen Nachteilen führen. Gewerbesteuerlich ist die private Photovoltaikanlage bei einem Gewerbesteuerfreibetrag  von 24.500€ im Regelfall unbedeutend. Gerade aufgrund der deutlich gesunkenen Investitionskosten sind private Photovoltaikanlagen ökonomisch sinnvoll. . Steueroptimierungen können durch die Nutzung eines Investitionsabzugsbetrages und von Sonderabschreibungen erfolgen
Weitere ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie unter www.steuer-gonze.de. Ihr Dieter P. Gonze, Steuerberater

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