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17. Mai 2012
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Aloys Lenz berichtet über Sanierungsplanungen der Deponie Eisert

Großkrotzenburg. Ein komplizierter und kostspieliger Sanierungsprozess steht dem Gelände der ehemaligen Deponie Eisert in Großkrotzenburg bevor. Diese Information erhielt jetzt der Landtagsabgeordnete Aloys Lenz durch eine Antwort der Hessischen Umweltministerin Lucia Puttrich auf eine parlamentarische Anfrage. Wie allseits bekannt, wurden in der ehemaligen Deponie Eisert zwischen 1952 bis 1972 Hausmüll, Bodenaushub, Bauschutt sowie giftige Abfälle aus chemischer und metallverarbeitender Industrie vergraben. Wie es damals leider so üblich war, verfügte die ehemalige Deponie über keinerlei Abdichtung, so dass Schadstoffe in das Grundwasser und schließlich in den Main gelangen konnten, berichtet Lenz. Das Hessische Umweltministerium schätze die potentielle Gefährdung für das Grundwasser als hoch bis sehr hoch und zudem als lang anhaltend ein.

Die dadurch notwendig gewordenen Sanierungsarbeiten, die das Land Hessen finanzieren muss und deren Kosten auf ca. 7,5 Millionen Euro geschätzt werden, konnten bisher noch nicht begonnen werden. Bei Sondierungsarbeiten des Bodens habe man eine sehr komplexe Untergrundschicht feststellen müssen. Ein besonderes Erschwernis sei die Lagerung der Bodenschichten, wodurch der Einsatz einer Dichtwand erheblich erschwert werde. Mit der Sanierung sei das Unternehmen hessische Industriemüll (HIM) bereits beauftragt, so Lenz.

Zur Eingrenzung der Unsicherheiten, die sich aus der schrägen Lagerung der Bodenschichten ergeben, wurde zunächst die Erstellung eines Grundwassermodells in Auftrag gegeben. Dadurch erhoffte man sich Aufschluss über die notwendigen Einbindetiefen der Dichtwand und der für die Nachsorgekosten bedeutsamen Zusickerung von Grundwasser in den zu sichernden Deponiekörper. Dies sei zentral für den gesamten Sanierungserfolg, so Lenz. Mit den Ergebnissen aus dem Grundwassermodell und dem Abschluss dieser Variantenstudie werde im ersten Halbjahr dieses Jahres gerechnet.

Wie Lenz weiter berichtet, ist davon auszugehen, dass zur Sanierung der Deponie eine Dichtwand in das Erdreich eingezogen werden muss, die die Schadstoffe eingrenzt. Zudem müssen man eine Oberflächenabdichtung errichten. Bei einer vollständigen Einkapselung der Deponie ist von einer Bauzeit von etwa vier Jahren auszugehen. Zudem werde es sich nicht vermeiden lassen, eine umfassende Nachsorge des Bereichs zu betreiben. Die Dauer der Nachsorgemaßnahmen sei jedoch noch nicht abzusehen. Vermutlich werde man damit noch Jahrzehnte beschäftigt sein. Was mit dem Grundstück geschehen soll, sei noch völlig offen. Eine mögliche Idee, so Lenz, sei die Nutzung des Grundstück als Standort für Photovoltaik-Anlagen.

„Die ehemalige Deponie Eisert ist ein typisches Beispiel von sorglosem und wenig verantwortlichen Umgang mit der Umwelt in der Nachkriegszeit, die die Allgemeinheit nun mit Steuergeldern teuer bezahlen muss“, so Lenz abschließend. (Büro Lenz, MdL)

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