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Steuerliche Risiken: Gewinnerzielungsabsicht ./. Liebhaberei

Die steuermindernde Berücksichtigung von Aufwendungen ist dann gegeben, wenn die Aufwendungen einer steuerpflichtigen Einkunftsart zuzuordnen sind oder ausdrücklich, wie bei den Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen, zum Steuerabzug zugelassen sind. Der Stammtischspruch „Gründe eine Firma um Steuern zu sparen“, greift in der Praxis schon lange nicht mehr und kann im Gegenteil zu erheblichen finanziellen Nachteilen führen.

Nehmen wir einen Beispielfall. Herr Schlau gründet eine Firma, die er im Nebenberuf ausübt.  Über Jahre übersteigen die Betriebsausgaben die Einnahmen. Die wesentlichen Ausgaben resultieren aus Fahrt- und Reisekosten und den Aufwendungen für ein Arbeitszimmer. Über mehrere Jahre werden so Verluste aus Gewerbebetrieb erzielt. Durch die Verrechnung der Verluste mit seinen Einkünften aus Arbeitslohn, kommt es alljährlich zu - für Herrn Schlau erfreulichen - Lohnsteuererstattungen. Nach 4 Jahren Verlustverrechnung kommt das Finanzamt zum Ergebnis, dass hier von Anfang an keine Gewinnerzielungsabsicht vorlag und das Gewerbe der Liebhaberei zuzuordnen ist. Im Ergebnis werden die unter dem Vorbehalt der Nachprüfung ergangenen Steuerbescheide geändert und die Erstattungsbeträge nebst Zinsen von 6% zurückgefordert. Für Herrn Schlau eine unerfreuliche, aber für den Fachmann absehbare Entwicklung. Die „verlustbringende“ Tätigkeit hatte Herrn Schlau tatsächlich nicht belastet, sondern die Möglichkeit eröffnet Aufwendungen der privaten Lebensführung steuermindernd zu verlagern. Genau dies hat der Bundesfinanzhof bereits in mehreren Entscheidungen dem Bürger verwehrt. Natürlich kann ein Unternehmer mit seinem Unternehmen in der Anfangsphase gründungsbedingt Verluste erwirtschaften. Bei einer nebenberuflich ausgeübten Tätigkeit und bei Betrieben deren Unternehmensgegenstand auch privat veranlasst sein kann, werden hier zur Beantwortung der Frage der Gewinnerzielungsabsicht deutlich strengere Maßstäbe angesetzt. Dies betrifft im Besonderen Betriebe wie die Hunde- / Pferdezucht, Vermietung von Ferienwohnungen oder Booten, Aktivitäten von Freizeitmusikern etc. Hier spricht bereits der Beweis des ersten Anscheins gegen das Vorliegen einer Gewinnerzielungsabsicht und die Beweislast zur Entkräftung trifft hier den Steuerpflichtigen. Bei einer unternehmerischen Tätigkeit ist im Rahmen einer Prognose auf das voraussichtliche Gesamtergebnis der Tätigkeit (Totalgewinn) vom Zeitpunkt der Aufnahme der Tätigkeit bis zu seiner Beendigung abzustellen. Soweit für die Dauer der unternehmerischen Tätigkeit kein Zeitrahmen vorgegeben ist, ist regelmäßig von einer absehbaren Zeit auszugehen. Diese Beurteilung ist bei nachhaltigen Verlusten für jedes Steuerjahr neu aufzustellen. Hierbei sind die in Zukunft erwartenden Gewinne aus dem laufenden Betrieb wie auch aus der Betriebsaufgabe zu berücksichtigen. In der Praxis ist jeder Einzelfall individuell zu betrachten. Vorteilhaft ist es, wenn entsprechende Planzahlen und Unterlagen über die weitere Strategie vorgelegt werden können, aus denen die andauernde Gewinnerzielungsabsicht abzuleiten ist. Jeder ordentliche Unternehmer wird seine Tätigkeit einstellen, wenn eine Aussicht auf Gewinnerzielung nicht mehr besteht. Wird das Unternehmen ungeachtet dessen weiterbetrieben, spielen erfahrungsgemäß private Gründe eine Rolle. Im konkreten Fall gilt es dann festzustellen, ab wann die Aufgabe der Gewinnerzielungsabsicht erfolgte.

Weitergehende Infos zum Thema finden Sie unter www.steuer-gonze.de nach Eingabe des Stichwortes „Gewinnerzielungsabsicht“ im Bildschirm oben rechts.
Ihr Steuerberater Dieter P. Gonze

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