Klinikum Hanau eröffnet erstes Wirbelsäulenzentrum im Kreis

Patienten profitieren vom geballten Expertenwissen vieler Ärzte aus unterschiedlichen Disziplinen  
Hanau. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Mit dem Umzug in den Neubau bekommt der Main-Kinzig-Kreis sein erstes Wirbelsäulenzentrum. In wenigen Monaten ist es soweit – dann nimmt das Klinikum Hanau sein Erweiterungsgebäude in Betrieb. Eine Station wird dann ausschließlich der Endoprothetik sowie der Behandlung von Wirbelsäulenpatienten vorbehalten sein. „Damit schaffen wir hier im Kreis ein neues medizinisches Hochleistungszentrum für Wirbelsäulenpatienten“, unterstreicht der Ärztliche Direktor des Klinikums Hanau, Dr. André Michel, die Bedeutung des Zentrums.

Für Patienten liegen die Vorteile auf der Hand: Das Wirbelsäulenzentrum Hanau bietet die komplette Diagnostik und Behandlung unter einem Dach und aus einem Guss. „Das bedeutet kurze Wege, geringe Wartezeiten und eine optimale Zusammenarbeit aller Ärzte – egal aus welcher Disziplin sie kommen“, erläutert Dr. Michel. Denn das ist ein weiteres Qualitätsmerkmal des Wirbelsäulenzentrums: Es arbeitet interdisziplinär. Das bedeutet: Die Patienten profitieren vom Fachwissen und der Erfahrung vieler Mediziner mit ganz unterschiedlichen Spezialisierungen. Denn im Zentrum kümmert sich gleich ein ganzes Team um jeden einzelnen Patienten. So wird u. a. gemeinsam entschieden, ob ein Patient operiert werden muss oder konservativ behandelt werden kann. Diese interdisziplinäre Sicht auf den Patienten führt so zu optimalen Behandlungsergebnissen.

Das Klinikum Hanau ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung: Es ist für hoch komplexe Eingriffe und Behandlungen ausgerichtet. Im Wirbelsäulenzentrum Hanau werden künftig einerseits die schon vorhandenen Kompetenzen zusammengeführt und andererseits die Leistungen noch gezielter ausgebaut. Im Neubau wird es dann zum Beispiel auch eine so genannte interdisziplinäre Fallkonferenz geben. Dabei besprechen die ärztlichen Experten des Wirbelsäulenzentrums die kritischen Fälle. Im Zentrum arbeiten Hand in Hand die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie unter Leitung von Chefarzt PD Dr. Christian Eberhardt und dem Sektionsleiter der Unfallchirurgie, Dr. Klemens Braun, die Klinik für Neurologie unter Leitung von Chefarzt PD Dr. Horst Baas, das Radiologische Institut unter Leitung von Prof. Ernst Dinkel und die Gemeinschaftspraxis für Neurochirurgie (Offenbach / Hanau) Dr. Felix Hübner, Dr. Volker Ritzel u. a.. Und schließlich bringt auch die Abteilung für Physiotherapie ihr Können ein, so dass Patienten rundum und bestmöglich versorgt sind.

Zu den besonderen Leistungsmerkmalen des Wirbelsäulenzentrums Hanau gehört auch die Diagnostik. So stehen an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr ein Kernspintomograph (MRT) sowie ein Computertomograph (CT) zur Verfügung. Gerade im Kernspintomographen können ohne Röntgenstrahlen fast alle verschleißbedingten Erkrankungen im Bereich der gesamten Wirbelsäule gefahrlos diagnostiziert werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, im Computertomographen millimetergenau Schmerzspritzen in und neben der Wirbelsäule zu platzieren. Dieses Verfahren ist zum einen sehr sicher, zum anderen aufgrund der technischen Unterstützung auch risikoarm. Ein wichtiger Aspekt des Wirbelsäulenzentrums liegt weiterhin in der chirurgischen Zusammenarbeit der Ärzte: Befundabhängig können, z.B. bei frischen Wirbelsäulenverletzungen, operative Eingriffe von den Unfallchirurgen und Neurochirurgen gemeinsam betreut werden.

Zum neurochirurgischen Behandlungsspektrum des Wirbelsäulenzentrums gehören vor allem die Diagnostik und Therapie akuter und chronischer Wirbelsäulenerkrankungen wie etwa Bandscheibenvorfälle im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule, außerdem Spinalkanalstenosen (Einengungen des Wirbelkanals) und Wirbelgleiten. Operativ werden einerseits endoskopische Techniken („Schlüsselloch-Chirurgie“) und vor allem aber die gewebsschonend ausgerichtete Mikroneurochirurgie zum Einsatz gebracht. Bei so genannten traumatologischen Krankheitsbildern (z. B. Wirbelbrüche nach Unfall oder bei Osteoporose) wenden die Fachärzte der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie ebenfalls in großem Umfang minimal-invasive Techniken wie z. B. perkutane Stabilisations-Operationen und die Kyphoplastie (Aufrichtung und Stabilsierung eines gebrochenen Wirbels mit Knochenzement) an. (Klinikum)

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