Baugesellschaft plant Wohnungsmodernisierung und Gewerbenutzung am Altstädter Markt

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Hanau - Die Altstadt liegt Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Herzen. Deswegen befürwortet er die Rekonstruktion der Turmhaube der Alten Johanneskirche ein als „Symbol dafür, dass wir neben der Neugestaltung der Innenstadt den Blick für die Tradition Hanaus nicht verlieren“. Daher setzt er sich auch dafür ein, den Altstädter Marktes vor dem Deutschen Goldschmiedehaus mittels Läden, Gaststätten und Ateliers zu beleben. Ein Konzept für diese Entwicklung zu entwickeln, hat der Aufsichtsrat der Baugesellschaft Hanau gefasst, den Kaminsky leitet.

„Wir wollen den Altstädter Markt seiner Ursprungsfunktion annähern, wie er vor der Zerstörung 1945 aussah“, bekundet Hanaus Oberbürgermeister. Dazu sei es notwendig, den Parterre-Mietern am Altstädter Markt 3 und 5 andere Wohnungen anzubieten, damit dort Gewerbenutzungen möglich sind und sich die Fassade ebenerdig zum Platz durch große Schaufenster öffnen lässt. „Das funktioniert selbstverständlich nicht von heute auf morgen, denn vor dem Umbau steht das Finden von Ersatzwohnraum für die betroffenen Mieter“, so Kaminsky weiter.

Von den 19 Wohnungen sind drei bereits leer, davon eine im Erdgeschoss. „Wenn wir den Umbau angehen, sanieren wir alle Wohnungen am Altstädter Markt 3 und 5 gleich mit“, kündigt Baugesellschaft-Geschäftsführer Carl Edward Günther an. Gewerberäume über zwei Geschosse sollen möglich werden, indem Zwischendecken verschwinden. Ein Atelier und eine Wohnung in einem Haus sind eingeplant. Das Dachgeschoss  soll als Abstellmöglichkeit und nicht mehr als Wohnraum wie bisher dienen. Er beziffert den Kostenaufwand, der Häuserzeile gegenüber dem Goldschmiedehaus ein neues Gesicht zu geben,  auf rund eine Million Euro.

Günther will Kunsthandwerker für die am Altstädter Markt geplanten Läden und Ateliers gewinnen. Er kündigt daher Gespräche mit der Staatlichen Zeichenakademie an, um das Interesse von Gold- und Silberschmieden zu ergründen. Günther hält es für sinnvoll, wenn die Zeichenakademie Hauptmieter würde und die Räume an Existenzgründer untervermiete. Das sei für die Kunsthandwerker eher finanzierbar, als wenn sie selbst die Miete ganz übernehmen müssten.

Günther glaubt, dass erst das gastronomische Angebot am Altstädter Markt auszudehnen ist, um Gold- und Silberschmiede dorthin zu locken. Das Lokal an der Ecke zur Metzgerstraße ist zwar derzeit verwaist, nachdem die seitherige Betreiberin einen Aufhebungsvertrag mit der Baugesellschaft abgeschlossen hat. Es gibt aber Interessenten für eine Folgenutzung. Günther ist daher optimistisch, dass vor allem Besucher des Goldschmiedhauses zu Beginn der Freiluft-Saison dort wieder ein Speisen- und Getränkeangebot antreffen können.

Die Baugesellschaft hat das renommierte Darmstädter Architekturbüro Werkum damit beauftragt, Pläne für den Umbau des Altstädter Marktes zu entwerfen. Dazu gehört nicht nur, die Häuserfassaden gegenüber vom Goldschmiedehaus zu öffnen. Darüber hinaus soll sich die Aufenthaltsqualität auf dem Platz verbessern. Dessen Charakter als Fußgängerzone soll gestärkt werden.

Die Baugesellschaft setzt mit ihren Plänen im Grunde das um, was im Herbst 2007 bei einem Kongress der privaten Schader-Stiftung zur Kulturwirtschaft in der Hanauer Altstadt formuliert worden war. Ein Kultur- und Schmuckquartier zwischen Freiheits- und Schlossplatz gaben die Teilnehmenden, darunter  Repräsentanten der Stadt Hanau, damals als Ziel bis etwa 2012 aus. Die Altstadt gehört auch zu den Handlungsschwerpunkten des Wettbewerblichen Dialogs, mit dessen Hilfe sich das Gesicht der Hanauer Innenstadt entscheidend verändern soll. (bau-hu/jh)



 

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