Grundstückskauf der Fraunhofer Gesellschaft

fraunhofer-sextl-kam-740Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Prof. Dr. Gerhard Sextl - Leiter des Fraunhofer Instituts für Silicatforschung in Würzburg und Gründer der Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie in Hanau, unterzeichnen den Vertrag. - Foto: Stadt Hanau -

Hanau. Strahlende Gesichter gab es bei den Vertretern der Stadt Hanau und den Herren der Fraunhofer Gesellschaft beim Zusammentreffen im Hanauer Rathaus. In Anwesenheit von Notar Uwe Steinkrüger von Ludwig, Wollweber und Bansch, besiegelten die Anwesenden den Verkauf von 1,7 Hektar Fläche auf der ehemaligen Wolfgang-Kaserne an die Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung.

Stellvertretend für das Mutterhaus unterzeichneten Prof. Dr. Gerhard Sextl - Leiter des Fraunhofer Instituts für Silicatforschung in Würzburg und Gründer der Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie in Hanau, sowie sein Kollege Michael Martin, Technischer Leiter des Fraunhofer Instituts für Silicatforschung, den Kaufvertrag mit der städtischen BauProjekt Hanau GmbH. Für letztere signierten Geschäftsführer Martin Bieberle und Oberbürgermeister Claus Kaminsky. „Heute ist ein großartiger Tag, denn nach mehreren Jahre Vorarbeit geht es ab jetzt in die Umsetzungsphase“, sagte der OB. „Für den Wirtschafts-, Industrie-und Technologiestandort Hanau sind das sehr gute Nachrichten.“ Professor Sextl bedankte sich bei Kaminsky für seine andauernde Unterstützung. „Diese ist mit einer Grund, dass wir heute hier den Kaufvertrag für das Grundstück unterschreiben können“, sagte er.
Bereits seit 2010 bemühte sich Hanau um die Ansiedlung der Projektgruppe, aus der einmal ein eigenständiges Institut werden soll. Im Juni 2012 gelang im Industriepark Wolfgang in Räumen der Firma Umicore die Installation einer Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategien, die an das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung in Würzburg angegliedert ist. In Kooperation mit den Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet und unter der Leitung von Prof. Gerhard Sextl und Prof. Dr. Rudolf Stauber erforscht diese seither – in enger Kooperation u.a. mit der TU Darmstadt und der Justus-Liebig-Universität in Gießen - die Möglichkeiten der Substitution kritischer Rohstoffe. Ziel der Forschungsgruppe ist es ein Institut dauerhaft in Hanau zu etablieren. Um als bevorzugter Standort im Rhein-Main-Gebiet in die engere Wahl zu kommen, musste die Stadt dem Fraunhofer Institut bis Januar 2014 ein geeignetes Grundstück zum Kauf präsentieren, auf dem es ein eigenes Gebäude errichten kann. „Es war kein einfacher Weg und wir hatten potente Mitbewerber. Aber unsere gemeinsam vorgebrachten Argumente haben letztendlich zu der Entscheidung der damaligen hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst Eva Kühne-Hörmann geführt“, erinnert sich Kaminsky.
Auf dem Gelände der ehemaligen Wolfgang Kaserne - in unmittelbarer Nachbarschaft zum Industriepark Wolfgang - kaufte die städtische Tochtergesellschaft Hanau Bauprojekt GmbH von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mehrere Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 46.700 Quadratmetern. Eines der Grundstücke mit rund 16.700 Quadratmeter Fläche bot sie der Fraunhofer Gesellschaft zum Kauf an. Im Herbst 2014 stimmten die notwendigen Gremien der renommierten Fraunhofer Gesellschaft dem Erwerb der Fläche auf der ehemaligen Wolfgang Kaserne in Hanau zu und fällten somit endgültig die Entscheidung für den Standort Hanau.  Im Februar 2015 kaufte Investor Dietz AG die verbleibende Fläche um dort einen neuen Firmensitz und Produktionsstätten für ALD Vacuum Technologies GmbH, zu errichten.
„Das Fraunhofer Institut wird eine Magnetwirkung auf andere Unternehmen haben, die man gar nicht hoch genug einschätzen kann“, stellte der OB fest. Noch vor Baubeginn in Hanau hätte ALD sich für das benachbarte Grundstück entschieden. „Andere werden folgen!“, prophezeite Kaminsky. Langfristiges Ziel der Stadt Hanau sei die Weiterentwicklung des gewerblichen Standortes im Stadtteil Wolfgang. „Auf dem ehemaligen US-Militärgelände sollen insbesondere technik- und forschungsorientierte Unternehmen angesiedelt werden. Die geplante Forschungseinrichtung der Fraunhofer Gesellschaft dient dabei als wichtiger Impuls für die künftige Entwicklung des Standortes gerade auf dem für Hanau so bedeutenden Feld der Materialtechnik!“, schloss der OB. (pshu)

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