Hanauer Geschichtsbücher gehen auf eine weite Reise

Hanau. Das druckfrische Neue Magazin für Hanauische Geschichte und "Das Tagebuch des Hessen-Hanauer Jägers Philipp Jakob Hildebrandt" bekommen demnächst einen Platz in den Bibliotheken von Universitäten und Instituten  in Europa, den USA,  Neuseeland und Australien. Der Hanauer Geschichtsverein 1844 bringt die renommierten Geschichtsbücher wie jedes Jahr mit finanzieller Unterstützung der Stadt und seiner mehr als 620 Mitglieder heraus und verschickt sie an 150 Partner weltweit.

Die Beiträge von der Renaissance bis heute blicken in die abwechslungsreiche Geschichte der Stadt und der Region. Sie erzählen unter anderem von der Reinhardskirche in Kesselstadt und dem Fürstlich Hanau'schen Realfideikommiss Horzowitz, der Revolution in Hanau der Jahre 1918/19 und der Einweihung der Gedenkstätte   Ehemalige Ghettomauer in Hanau am 30. Mai 2010. Die Rede von Oberbürgermeister Claus Kaminsky ist darin ebenso zu lesen wie die von Charlotte Knobloch, der ehemaligen Präsidentin des Zentralrates des Juden in Deutschland, und die von Moritz Neumann, dem Vorsitzenden des Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen. Aufgeführt sind auch die Lebensdaten und Stationen der Verfolgung der rund 240 Hanauer Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens, die im Holocaust umgebracht wurden und deren Namenstafeln an der Ghettomauer angebracht sind.

"In den bewegten Zeiten, in denen wir gerade jetzt in Hanau leben, ist es wichtig", so Claus Kaminsky, "dass wir die Historie unserer Stadt wahrnehmen und dokumentieren."  Schon seit  ein paar Jahren beobachte er ein steigendes Interesse an der Geschichte der Stadt und der Region, sei es durch die  starke Nachfrage nach Stadtführungen oder das große Engagement von Bürgerinnen und Bürgern bei der Organisation von Stadtjubiläen, beispielsweise zu  1200 Jahre Klein-Auheim, 950 Jahre Kesselstadt oder 375 Jahre Lamboyfest.   Geschichte sei "identitätsbildend und identitätsstiftend" - und nicht auf eine Generation beschränkt. Als Beispiele nannte Kaminsky die Beschäftigung der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten der Karl-Rehbein-Schule (KRS) mit der Gegnerin des NS-Regimes Elisabeth Schmitz. Die KRS-Schulbibliothek trägt seit kurzem ihren Namen, ebenso die Förderschule in Wolfgang. Darüber hinaus waren die Anträge der Stadt und des Geschichtsvereins zur Ernennung von Elisabeth Schmitz zur "Gerechten der Völker" von Yad Vashem erfolgreich.

"Der Blick auf die Geschichte wandelt sich mit jeder Generation", sagt Martin Hoppe, Vorsitzender des Hanauer Geschichtsvereins. Fragestellungen ändern sich und fördern immer neue Facetten zutage. Dass das Potenzial groß ist, beweise die Tatsache, dass  sich jedes Jahr zahlreiche ehrenamtliche Autorinnen und Autoren mit interessanten Beiträgen für die Veröffentlichungen des Vereins finden. 264 Seiten hat die aktuelle Ausgabe des Magazins. 1250 Exemplare wurden gedruckt. Das gebundene "Tagebuch  des Hessen-Hanauer Jägers Philipp Jakob Hildebrandt", das der Geschichtsverein zusammen mit dem Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde in einer Auflage von 800 Exemplaren herausgegeben hat, umfasst 180 Seiten. Mitglieder  zahlen für die zwei Bücher zusammen zehn Euro, Nichtmitglieder 19,80 beziehungsweise neun Euro. Die Bücher sind im Stadtarchiv am Schlossplatz oder per Mail über die Homepage des Geschichtsvereins www.hgv1844.de  erhältlich. (pshu)

 

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