Ausstellung im Hanauer Gewerkschaftshaus

Hanau. In Erinnerung an die Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten zeigt der DGB vom 2. bis 15. Mai im Gewerkschaftshaus die Ausstellung „Gerade dich, Arbeiter, wollen wir“. Sie ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 17 Uhr zu besichtigen.

„Nicht nur der 1. Mai, auch der 2. Mai ist ein wichtiger Tag für die Gewerkschaften“, sagte der DGB-Kreisvorsitzende Klaus Ditzel. „Denn am 2. Mai 1933 stürmten überall in Deutschland SA-Männer die Gewerkschaftshäuser. Sie beschlagnahmten die Gewerkschaftsgelder. Und sie verschleppten, folterten und ermordeten hunderttausende aktive Gewerkschafter.“ Nur drei Monate, nachdem die Macht in Deutschland an die Nationalsozialisten übergeben worden war, gehörten damit Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter zu den ersten Opfern des deutschen Faschismus.

Die Ausstellung dokumentiert die Rolle der Gewerkschaften nicht nur als Heldengeschichte. Vielmehr wird das durchaus ambivalente Verhältnis des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) zu den neuen Machthabern gezeigt. So hatte der ADGB aus Angst vor der Illegalität und in dem Glauben, auch im Faschismus für die Interessen der Arbeitnehmer eintreten zu können, sich mit der Hitlerregierung zu arrangieren versucht. Gemeinsam mit der NSDAP rief der ADGB am 1. Mai zum Tag der nationalen Arbeit auf. Am 2. Mai stürmte die SA die Gewerkschaftshäuser. „Die Geschichte der Gewerkschaften war organisationspolitisch leider keine Heldengeschichte, auch wenn sie die Geschichte vieler Helden ist, die ihre Gewerkschaftshäuser schützten und in Gefangenschaft heldenhaft Widerstand leisteten“, sagt Ditzel. (DGB)

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