Neue Verkehrsführung soll Radfahren in Hanaus Innenstadt komfortabler machen

Hanau. „Unsere Bestreben ist, dass Radelnde ohne große Behinderungen quer durch Hanaus Innenstadt fahren können“, beschreibt Baustadtrat Andreas Kowol das Ziel des neuen Rad-Verkehrsführungskonzepts für die City. Kompromisse ließen sich dabei nicht vermeiden, vor allem wo es um Konflikte mit Menschen gehe, die zu Fuß unterwegs sind.  Kowol ist überzeugt: „Wir haben ein gutes Angebot“. Von Ost nach West lasse sich die City auf dem Sattel „komfortabel durchqueren“, von Nord nach Süd „auf klar definierten Angebotsstrecken“. Neue Hinweistafeln an den Eingängen der meisten Hanauer Fußgängerzonen weisen auf veränderte Regeln für das Durchfahren mit dem Fahrrad hin:  Hammer-, Rosen- und Salzstraße sind künftig von 11 bis 18 Uhr für Radelnde gesperrt. Ebenso verhält es sich auf dem Marktplatz, wo das Verbot auch während des Wochenmarkts und bei Veranstaltungen gilt.

Gänzlich tabu für den Radverkehr ist der neue Freiheitsplatz samt Busbahnhof. „Der Platz und die Wege im Forum-Quartier gehören den Fußgängern“, so Kowol zur Begründung.
Durchgängig befahrbar bleibt die Nürnberger Straße, auf der auch die Busse der Hanauer Straßenbahn verkehren. Außer dieser Ost-West-Beziehung ist die Verbindung von der Mühlstraße und südlich am Freiheitsplatz vorbei bis zur Sternstraße eine Radroute. Als Nord-Süd-Durchquerung bietet sich vor allem die Steinheimer Straße an. Am Freiheitsplatz-Ostrand ist zudem die Straße vor dem Finanzamt für Räder frei gegeben, um über Rappengasse und Louise-Schröder-Straße weiter zum  Schlossplatz zu gelangen oder am Freiheitsplatz die Nordstraße Richtung Wilhelmsbrücke zu wählen.
Zum gesteigerten Komfort für Radelnde zählt Stadtrat Kowol auch drei Dutzend neue Abstellbügel in der Mühlstraße, auf der Freiheitsplatz-Nordseite und in der Sternstraße. „Auf  dem Freiheitsplatz selbst warten wir die Entwicklung ab, ob dort weitere Radparkplätze konfliktfrei möglich sind“, so Kowol weiter. Neu hinzugekommen sind auch Abstellmöglichkeiten am Marktplatz und in der Rosenstraße.
Kowol weist darauf hin, dass HIS dazu übergegangen ist die Querstange der Radbügel zehn Zentimeter niedriger anzulegen als bei früheren Varianten. Das biete den „Zusatznutzen als Sitzgelegenheit“ und sei damit eine „intelligente Lösungsvariante“.     
Den Radelnden entgegen kommen will der Stadtrat auch durch weitere Radstreifen am Fahrbahnrand. Das werde voraussichtlich im August in der Eugen-Kaiser-Straße umgesetzt, womit die Stadt auch einem Anliegen des ADFC nachkomme. „Solche Radstreifen auf der Fahrbahn haben sich allseits bewährt und stellen einen erhöhten Sicherheitsgewinn dar“, ist Kowol überzeugt. (pshu)

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