Das Klinikum Hanau schützt Patienten vor gefährlichen Erregern

klinikum hanau mre kneifel michel 740Herr Dr. med. Andreas Kneifel, Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, Zusatzbezeichnung Krankenhaushygiene, Abteilungsleiter für Krankenhaushygiene; Herr Dr. med. André Michel, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor des Klinikums Hanau. - Foto: Klinikum Hanau -

 

Hanau. Keime, gegen die kaum noch Medikamente wirken, stellen in Krankenhäusern ein zunehmendes Problem dar. Um die Sicherheit der Patienten vor solchen so genannten multiresistenten Erregern (MRE) zu gewährleisten, braucht es ein professionelles und umfassendes Hygienemanagement. Für seinen aktiven und erfolgreichen Einsatz gegen diese MRE ist das Klinikum Hanau jetzt mit einem Gütesiegel ausgezeichnet worden. „Multiresistente Erreger sind Bakterien, gegen die die meisten Antibiotika nicht mehr wirken“, erklärt Dr. med. Andreas Kneifel, Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, Zusatzbezeichnung Krankenhaushygiene. Er ist Abteilungsleiter für Krankenhaushygiene.

Seit 2012 gehört das Klinikum Hanau dem MRE-Netz Rhein-Main an. Das kürzlich verliehene Siegel ist Ausdruck der aktiven und erfolgreichen Netzwerkarbeit, sagt Dr. Andreas Kneifel. Im Konkreten bedeutet dies, dass das Klinikum Hanau neben der eigenen Kompetenz auf die Expertise und die Vorarbeiten des Netzwerkes zum Wohl der Patienten zurückgreifen kann.Um das Qualitätssiegel des MRE-Netzes Rhein-Main erhalten zu können, musste das Klinikum Hanau die aktuellen Entwicklungen im Kampf gegen Krankenhauskeime unmittelbar umsetzen. Die Resistenz von Keimen gegen Antibiotika verändert sich rasch, so dass eine erfolgreiche Abwehrstrategie nur dann möglich ist wenn die Krankenhaushygiene auf dem neusten wissenschaftlichen Stand arbeitet. Ein weiteres Kriterium für den Erhalt des Siegels ist eine gut organisierte und vorgenommene Händedesinfektion für Mitarbeiter.

Ein zentrales Element am Klinikum Hanau ist das frühzeitige Erkennen von Patienten mit antibiotikaresistenten Keinem (MRE-Screening). Hierbei werden beispielsweise in der Zentralen Notaufnahme Risikopersonen identifiziert und auf gefährliche Erreger getestet. Damit das Ergebnis schon vor endgültiger Aufnahme auf Normal- oder Intensivstation vorliegt, setzt das Klinikum Hanau moderne molekularbiologische Verfahren ein. Patienten mit resistenten Keimen können dann rechtzeitig isoliert werden und eine Übertragung auf andere Patienten verhindert werden.

„Das MRE-Screening bekommen wir leider nicht von den Krankenkassen vergütet“, beklagt sich Dr. med. André Michel, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor des Klinikums Hanau.
„Wir investieren jährlichen einen sechsstelligen Betrag in das MRE-Screening und damit in den Schutz unserer Patienten vor Krankenhauskeimen. Wir halten diese Investition aber trotz allem Kostendruck im Gesundheitswesen für unerlässlich. Seit wir das MRE Screening eingeführt haben, konnte die Übertragung von gefährlichen Krankenhauskeimen deutlich reduziert werden. Die Verleihung des Siegels zollt diesem Engagement zumindest offizielle Anerkennung“.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Information von Patienten, die mit antibiotikaresistenten Keimen ins Krankenhaus kommen. Besiedelte oder infizierte Patienten müssen häufig isoliert werden, so dass der Besuch von Angehörigen nur mit Schutzkleidung möglich ist. Das können die Patienten schnell als Stigmatisierung empfinden, wenn sie nicht sachgerecht und kompetent informiert und aufgeklärt werden. Als Hilfsmittel stellt das MRE-Netz deshalb entsprechende Flyer bereit. Dort erfahren die Patienten auch, wie sie sich nach einem Krankenhausaufenthalt zu Hause im privaten und beruflichen Umfeld verhalten sollen und können. Außerhalb des Krankenhauses ist eine Übertragung von antibiotikaresistenten Keimen eher selten. Das intakte Immunsystem schützt vor einer Besiedelung oder Infektion. Somit sind nach Entlassung für diese Patienten im häuslichen Umfeld keine Isolationsmaßnahmen mehr notwendig. (Klinikum Hanau)

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