Hanauer zelebrierten ihren höchsten musikalischen Feiertag

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Wilhelmsbader Sommernacht - The Star Spangeld Symphony
Wilhelmsbad - Wenn man die Hanauer kennt, kommt man an diesem Tag schon ins Grübeln. Was passiert mit den Menschen an diesem Tag? Der Hanauer kommt eigentlich sonst  nicht so sehr aus sich heraus und lebt in der Öffentlichkeit. Heute ist das alles anders. Heute ist Wilhelmsbader Sommernacht. Da nimmt der Hanauer jede  Beschwerlichkeit in Kauf, schafft den halben Hausrat auf die Wiese, arbeitet zwei Tage in der Küche um all die Leckereien vorzubereiten um dann zum ganz großen, nein  zum riesigen Picknick vor die Stadt zu ziehen. Und dies macht der Hanauer nur so aus Spaß. Ja, so sind wir! - Manchmal.

 

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Wie viele tausend Menschen an diesem Samstag in den alten Amüsierpark gepilgert sind kann niemand genau sagen. Gezählt hat sie keiner. Eines ist aber sicher, die Wilhelmsbader Sommernacht war wieder einmal das Musikereignis des Sommers in der ganzen Region.

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Wenn man nicht nur wegen der Musik hierher kommt sondern auch die Zeit und Muse hat das ganze Drumherum zu erleben, dann erst wird das Unfassbare erlebbar. Den ganzen Tag über sind die Besucher schon hier hergeströmt und haben sich die Plätze gesichert. Sie haben ihre Pavillons aufgebaut, das Essen und die Getränke hierher gebracht und Tische und Sitze aufgestellt. Dies wird den Besuchern auf den Sitzplätzen an der Bühne überhaupt nicht bewusst.

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Und die Hanauer, die selbst kein Picknick mitbringen, die stehen am Abend bis fast zum Comoedienhaus. Noch einmal, wie viele waren hier? 10.000, 12.000 irgendwo in der Nähe dieser Zahlen würde man bei einer Zählung wohl hinkommen.

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Picknick im Park

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Ein eigenartiges Phänomen kann man bei einem Rundgang übrigens auch erfahren. Je weiter man von den Lautsprechern weg ist, desto besser der Ton. In der Nähe der Videoleinwände kann man die Musik kaum genießen. Fast am eingehausten Karussell klingt sie jedoch sehr gut. Den gleichen Eindruck hat man auch bei den Lautsprechern, die am Verwaltungsgebäude aufgehängt waren.

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America's Most Wanted - unter diesem Titel stellte die "Neue Philharmonie Frankfurt", die wie jedes Jahr für das Programm verantwortlich zeichnet, ihren Beitrag zur Verabschiedung der US-Soldaten aus Hanau. Sie begannen mit der "Fanfare for the Common Man" von Aaron Copland. Das Programm bestand aus einer Auswahl von weltbekannten Musiken aus dem "Land der unbegrenzten Möglichkeiten". Dr. Ralph Philipp Ziegler führte wieder mit spritzigen Kommentaren und Anmerkungen durch den Abend.

Ein symphonisches "Born in the USA" von Bruce Springsteen folgte der Einleitung. PINK grüßte mit "Dear Mr. President". Bob Dylans "Knocking on Heaven's Door" folgte mit einer philharmonischen Bearbeitung von der Version von Guns'n Roses. Bei Stan Jones "Ghost Riders in the Sky" hörte ich eine kleine Kritik in meiner Umgebung. "So kann man das doch nicht singen. Das wird nicht ins Mikrofon gehaucht, das muss mit Kraft und Druck ins Mikro geschrieen werden."

Ob das "Lied vom Tod" von dem weltgrößten, italienischen Filmmusikkomponisten Ennio Morricone wirklich zur amerikanischen Musik gezählt werden kann, kann man diskutieren. Zumindest die Story des Films spielt im "Wilden Westen". Nach Dvořak Symphonie No.9 (Aus der Neuen Welt) ging es in die Pause.

 

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Gavon Brady konzentriert sich vor seinem Spiel.

Nach Leonard Bernsteins "Candide Ouvertüre" kam wohl der Höhepunkt des Abend. Zunächst spielte Gavon Brady am Flügel die "Rhapsody in Blue" von George Gershwin. Seinen Auftritt quittierte das Publikum an der Bühne mit "standing ovations".

Gavin Brady wurde 1978 in Dundee (Schottland) geboren. 1996 begann er sein Klavierstudium an der Royal Scottish Academy of Music and Drama (RSAMD) Glasgow, welches er mit Auszeichnung mit dem “Bachelor of Music” abschloss. Er ergänzte seine Studien mit dem Performance Diploma und dem Masters Degree im Fach Kammermusik. Gavon Brady lebt in Frankfurt

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Dann kündigte Dr. Ziegler das RATPACK an.

Der Schauspielerin Lauren Bacall wird zugeschrieben, die Bezeichnung The Rat Pack spontan erfunden zu haben, nachdem sie mitansah, wie Humphrey Bogart zusammen mit seinen Freunden (darunter auch Frank Sinatra) nach vier durchzechten Nächten zurück ins Hotel ging. Diese ursprüngliche Gruppe The Holmby Hills Rat Pack bestand aus Frank Sinatra (pack master), Judy Garland (first vice-president), Lauren Bacall (den mother), Sid Luft (cage master), Humphrey Bogart (rat in charge of public relations), Irving Lazar (Schriftwart und Rechner), Nathaniel Benchley (Historiker), David Niven und dem Restaurantbesitzer Mike Romanoff. Übersetzt bedeutet Rat Pack etwa Rattenmeute, der Ausdruck rat bezeichnet in diesem Sinne aber eher eine zwielichtige Person oder einen Schurken. (wikipedia)

Das RATPACK wurde auf der Bühne repräsentiert von der Sängerin Kathrin Glenz sowie Franco Leon und Achim Dürr.

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Kathrin Glenz

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Franco Leon

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Achim Dürr spielte wohl Dean Martin.

Von "New York, New York", ging es über "I got rhythm", "Someting stupid" zu "My Way".

Der Reporter von HanauOnline machte sich nun schon auf dem Heimweg. Aus der Ferne klang Barbara Streisands "Woman in Love" in dunkler Nacht.

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Ein letztes Foto über die nächtliche Parkpromenade.

Nun aber nichts wie zum Auto um der gleichzeitigen Abfahrt der Zehntausend zu entgehen. Bei offenem Seitenscheiben hörte man noch "Purple Rain" von Prince. Dann ging es gemächlich die Wilhelmsbader Allee hinunter in Richtung Heimat. Bis zum nächsten Jahr, wenn die Hanauer wieder ihren höchsten musikalischen Feiertag zelebrieren. (gg)

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