50 Jahre Lufthansa in Frankfurt

Am internationalen Drehkreuz in Rhein-Main ist die Luftlinie zu Hause
Seit am 1. April 1955 der erste Lufthansaflug hier Station gemacht hat, hat der Rhein-Main Airport einen rasanten Aufstieg zu einem der wichtigsten internationalen Luftverkehrsdrehkreuze gemacht. 2004 zählte er rund 51,1 Millionen Fluggäste - ein Jahresrekord in der Geschichte des Flughafens. Für die Deutsche Lufthansa ist Frankfurt der Heimatflughafen.

Frankfurt am Main (pia) „Wir waren schon mächtig stolz, als die erste Lufthansa-Maschine mit dem Kranich am Heck auf Rhein-Main landete“, erinnert sich Christian Krumer. Der heute 82 Jahre alte Elektriker arbeitete 1955 am Frankfurter Flughafen. Wenn es jedoch nach der Deutschen Lufthansa gegangen wäre - der Frankfurter Flughafen wäre nicht das Drehkreuz für die deutsche Luftlinie geworden, das er heute ist. Denn der damalige Vorstand der Deutschen Lufthansa hatte noch vor dem Start der Luftfahrtgesellschaft der Frankfurter Industrie- und Handelskammer eine Absage erteilt: „Gewisse Standorte ergeben sich aus der Struk-tur des Streckennetzes von selbst... Wir möchten zu bedenken geben, dass der vom Militär und zahlreichen Luftverkehrsgesellschaften bereits besonders stark beanspruchte Rhein-Main-Flughafen wohl kaum noch den schwierigen und umfangreichen Komplex einer Werft zusätzlich aufnehmen könnte“, erläutert er 1953, warum sich Rhein-Main nicht als Basis für die Deutsche Luftlinie eigne.
Die Super-Constellation, das Flaggschiff der Lufthansa in den 50er Jahren.

Als am 2. März 1955 die erste planmäßige Lufthansa-Maschine auf ihrem nicht öffentlichen Flug von Hamburg und Düsseldorf in Frankfurt eine Zwischenlandung einlegt, wird die Besatzung freundlich mit „Blumen, einer Broschüre von Frankfurt nebst herzlichen Willkommensgrüßen des Oberbürgermeisters“ empfangen, berichtete die Frankfurter Neue Presse. Christian Krumer erinnert sich noch, dass der große Sommergarten des Flughafens mit seinem Springbrunnen zwischen Besuchern und den Fluggästen an diesem Tag „brechend voll“ gewesen ist.

Schon 1955 war Frankfurt „mit seinem im Auslandsflugverkehr führenden Flughafen Eingangspforte und Lufttor Deutschlands zur Welt“, so damals die Flughafen AG in ihrer Zeitschrift „Flughafen-Nachrichten“. Tatsächlich starteten und landeten bereits 1953 von und in „Rhein-Main“ täglich 100 bis 120 Maschinen, weit über eine halbe Million Fluggäste wurden gezählt. Unter den Fluggesellschaften, die Frankfurt anflogen, waren die Pan American Airlines, British Airways, Swissair, Air France, KLM, Iberia und viele andere. Erst nachdem die Bundesrepublik 1955 die uneingeschränkte Lufthoheit zurückerlangte, konnte auch die „Deutsche Lufthansa“ als neu gegründetes Unternehmen den Betrieb aufnehmen. Und gleichzeitig mit der „neuen“ Lufthansa ging auch „Rhein-Main“ auf steilen Erfolgskurs. Es sei „die Schicksalsbegünstigung der einzigartigen geographischen Lage“, schrieb damals die Flughafenzeitschrift, die ihn auszeichne. Ohne Zweifel war es diese strategisch günstige Lage, die dazu führte, dass „Rhein-Main Airport“ in den folgenden Jahrzehnten zu einem der international bedeutendsten Luftverkehrsdrehkreuze geworden ist.

Die Strecken über den Atlantik nahm die Deutsche Lufthansa im Juni 1955 mit der so genannten „Super-Conny“ auf. Der Frankfurter Flughafen war noch von der US-Luftwaffe nach der Berlin-Blockade entsprechend den Maßen dieses mit rund 100 Plätzen damals größten Flugzeugs ausgebaut worden. Das betraf nicht nur den Abstand der beiden Bahnen, sondern auch ihre Tragfähigkeit. Am 19. August 1953 war mit einer Super-Constellation der amerikanischen Airline TWA die erste Maschine dieses Typs auf Rhein-Main gelandet.

First Class Feeling im Jahre 1965.

Bis heute ist der juristische Sitz der Deutschen Lufthansa nicht Frankfurt am Main, sondern Köln. Denn der damalige Verkehrsreferent der Domstadt, Max Adenauer, hatte der Gründungsgesellschaft der neuen deutschen Airline 1951 Büroräume und Wohnung angeboten. Frankfurt am Main ist aber heute Heimatflughafen und Hauptdrehscheibe der Deutschen Lufthansa mit ihren mehr als 33.000 Mitarbeitern allein in der Region Rhein-Main. Alle Vorstände der Kranich-Linie haben hier ihre Arbeitsplätze - bald in dem zur Zeit noch in Bau befindlichen neuen Verwaltungsgebäude der Lufthansa an der Autobahn A 3. Rund 5.700 Lufthanseaten leben in Frankfurt am Main. Die Lufthansa Technik AG in Frankfurt am Main macht mit ihren etwa 400 Zulieferern jährlich einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro.

Am 1. April wird die Deutsche Lufthansa mit einem „Sonderflug 1955“ im Airbus von Hamburg über Düsseldorf und Frankfurt nach München ihr Jubiläum begehen. Der Flughafen Frankfurt am Main bereitet sich indessen darauf vor, Heimathafen auch für die kommende Flugzeuggeneration zu werden. Hier wird die Werft gebaut, in der der neue „Super-Airbus“ A 380 gewartet wird.

Hermann Wygoda (PIA FFM) - Alle Bilder: Lufthansa-Archiv - Unten: Die Mode der 70er Jahre für das Personal.

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