In Kahl wurde der Deckel gelüftet

VA Kahl - Hebung der Abdeckung
Kahl - Heute war es soweit. Beim Rückbau des Versuchsatomkraftwerks Kahl wurde der Deckel des Reaktorsicherheitsbehälters demontiert. Zahlreiche Mitarbeiter, Fotografen und Schaulustige liessen sich das Ereignis nicht entgehen. Unter der halbrunden eigentlichen Adeckung ist ein Wasserbehälter montiert. Der sollte für den Fall aller Fälle sofort genügend Wasser liefern um eine Überhitzung des Reaktors zu verhindert. Eingesetzt wurde dieses Notsystem nie. Das Gewicht des demontierten Bauteils beträgt 11,1 Tonnen. Der Reaktorsicherheitsbehälter hatte eine Gesamthöhe von 46,1 m, davon ragten 25,6 m aus der Erde. Er hat einen Durchmesser von 13,7 m. Die Wandstärke variiert von 14 bis 21 mm.
deckel
Bei der Aktion kamen zwei mobile Schwerlastkräne zum Einsatz. Einer hievte den riesigen Deckel vom Behälter und transportierte ihn zum einem vorbereiteten Übergabeplatz.
deckeloben
Dort wurde er an den zweiten Kran übergeben. Die Arbeiter brauchten im Prinzip nur die Kettenaufhängung wechseln. Damit sich das runde, instabile Teil nicht selbstständig machte wurde es während der Übergabe mit einem Extra-Stahlseil vom jeweils anderen Kran gesichert.
zuschauer
Mitarbeiter und Besucher beobachten den Fortgang des Geschehens.
grube

Damit der Deckel mit Wassertank sicher gelagert werden kann hat man eine Grube angelegt. Hier wird das Teil in der nächsten Zeit aufbewahrt. Dann kommen auch hier die Schweissbrenner und werden das Metall in kleine Stücke schneiden. Zunächst wird aber der Silo zerkleinert. Von Hand werden etwa 2 x 2 Meter grossen Stahlplatten geschnitten und vorerst auf dem Gelände gelagert.

Mit dem Reaktordruckbehälter (Stahlliner) verschwindet das letzte Teil des ehemaligen Reaktorgebäudes vom Standort, weitere Gebäude vor Ort werden Schritt für Schritt zurückgebaut. RWE NUKEM rechnet mit der Entlassung des Standortes aus dem Geltungsbereich des Atomgesetzes für Ende 2006. Im Jahr 1961 wurde im VAK der erste Strom aus Kernenergie zur Einspeisung in das deutsche Stromnetz erzeugt. 1985 wurde das Versuchsatomkraftwerk stillgelegt. RWE NUKEM übernahm 2001 als Geschäftsbesorger und Generalunternehmer die Verantwortung für den Rückbau.

 
 
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