Neue Sponsoring-Regeln bei der Baugesellschaft Hanau

Hanau. Der Aufsichtsrat der Baugesellschaft Hanau (BGH) hat in seiner jüngsten, mehrstündigen Sitzung das in die öffentliche Kritik geratene Überlassen von Mietwohnungen an Spitzensportler der Turngemeinde Hanau (TGH) diskutiert. Das Gremium sprach Geschäftsführer Jens Gottwald einstimmig sein Vertrauen aus. Auf Initiative des BGH-Geschäftsführers Jens Gottwald, der wiederum abgestimmt mit Oberbürgermeister Claus Kaminsky, beschloss der Aufsichtsrat, dass es künftig keine kostenfrei überlassenen Wohnungen als Sponsoringbeitrag der Baugesellschaft mehr geben wird. Darüber hinaus wurde neu geregelt, dass die Geschäftsführung der Baugesellschaft ermächtigt wird Verträge bis zur Höhe von jährlich 20.000 Euro (plus Mehrwertsteuer) pro Einzelsponsoring abzuschließen. Wird diese Summe überschritten, muss der Aufsichtsrat solche Verträge genehmigen.

Über das Sponsoring zugunsten der TGH befindet der Aufsichtsrat künftig unabhängig von der Höhe der Summe. Das dient Kaminsky zufolge dem Schutz von Gottwald, der in der TGH über viele Jahre im geschäftsführenden Vorstand vertreten war und weiter dem Management der „White Wings“-Basketballer angehört. Selbstverständlich müsse es auch künftig möglich sein, dass die Baugesellschaft die TGH finanziell unterstütze. „Denn der Verein soll durch die neuen Sponsoringregeln keine Nachteile erleiden“, stellt der OB klar.

Gottwald räumte in der Aufsichtsratssitzung selbstkritisch ein, dass der Erlass von Kaltmieten für die ehemaligen Tischtennis-Bundesligaspieler der TGH „nicht zu vermitteln sind“. Dabei ging es in den vergangenen drei Jahren seit 2010 um insgesamt 30.360 Euro. Die Mieten für Wohnungen der „White Wings“-Basketballspieler hätten Unterstützer übernommen, so dass es hierbei im Grunde nicht um Sponsoring ging, aber auch diese Praxi werde nicht weiter verfolgt. Aufsichtsratsvorsitzender Kaminsky nannte den Aufsichtsräten die Namen der Mäzene.

Der Oberbürgermeister unterstreicht, dass im Aufsichtsrat „Transparenz geschaffen wurde und Geschäftsführer Gottwald die Vorgänge umfassend dargelegt hat“.  Als Aufsichtsratsvorsitzender habe er für die Aufsichtsratssitzung die Konzernrevision der BeteiligungsHolding Hanau beauftragt die Sponsoring-Sachverhalte genauer unter die Lupe zu nehmen. Der entsprechende Bericht, aus dem Kaminsky dem Aufsichtsrat vortrug,  bestätigte die Darstellung des Geschäftsführers.
Der Aufsichtsratsvorsitzende meint zusammenfassend: „Weder Herrn Gottwald noch der Turngemeinde sind Vorwürfe zu machen. Aber es ist gut, dass es jetzt die neuen, klaren Sponsoringregeln gibt.“   

Mit Gottwald habe die Baugesellschaft Hanau seit Oktober 2008 einen Mann an der Spitze, der „die Baugesellschaft tatkräftig nach vorne bringt“. Ihm sei es zu verdanken, dass die Baugesellschaft „energetisch hochwertige Gebäudesanierungen“ vorzuweisen habe. Dazu zähle ein Objekt im Biberweg mit Erdwärme- und Solarthermie-Versorgung, ebenso die Photovoltaikanlagen auf Hochhausdächern in der Dresdner- und Königsberger Straße sowie am Kanaltorplatz. Dort seien Fassaden und Dämmung aufwendig modernisiert worden. In der Glockenstraße habe die Baugesellschaft gezeigt, wie bezahlbarer, barrierefreier, energetisch optimal sanierter Wohnraum in Hanaus Innenstadt möglich sei. In der Altstadt gelte das an verschiedenen Standorten ähnlich. Schließlich sei es Gottwalds Verdienst, dass der zweite und dritte Bauabschnitt des neuen Gefahrenabwehrzentrums „reibungslos und im Zeitplan“ vollendet werde.  (BauHu)

© 2020 Verlag Günter Gottlieb - Alle Rechte vorbehalten