Steuern auf Erträge aus Lebensversicherungen

Bei einer reinen Risikolebensversicherung steht die Absicherung des Begünstigten im Falle des Todes der versicherten Person im Vordergrund. Die Auszahlung führt im Leistungsfall zu keiner Einkommensteuerbelastung. Werden die Prämien vom Versicherten gezahlt, kann die Auszahlung im Todesfall jedoch zu einer Belastung mit Erbschaftsteuer bei dem Begünstigten führen.

 

Tipp: Die Prämien sollten als Versicherungsnehmer vom Begünstigten gezahlt werden, dann bleibt die Versicherungsleistung im Todesfall für den Begünstigten steuerfrei. Für Ehegatten und insbesondere unverheiratete Lebenspartner bietet sich hier eine Überkreuzversicherung an. Dies bedeutet das der Partner A eine Risikolebensversicherung als Versicherungsnehmer (Bezugsberechtigter) für den Todesfall auf den Partner B als Versicherten abschließt und umgekehrt. Im Leistungsfall führt dies dann zu keiner Erbschaftsteuerbelastung. Tritt der Versicherungsfall (Risikofall) bis zum Ablauf der Versicherungsdauer nicht ein, kommt es zu keiner Versicherungsleistung.

Eine Kapitallebensversicherung ist eine Kombination aus einer Risikolebensversicherung und einem Sparplan. Der in der Kapitallebensversicherung enthaltene Sparplan führt jedoch – im Gegensatz zur reinen Risikolebensversicherung – zu einer Versicherungsleistung / Auszahlung im Erlebensfall bei Ablauf der Versicherung. Steuerpflichtig ist die Kapitalauszahlung im Erlebensfall oder der Rückkauf der Versicherung bei Kündigung des Vertrages.

Tipp: Grundsätzlich können Verluste aus einer steuerpflichtigen Lebensversicherung mit anderen Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnet werden. Insbesondere bei frühzeitiger Kündigung einer Kapitallebensversicherung, beispielsweise nach nur wenigen Monaten oder Jahren Laufzeit, liegen die ausgezahlten Beträge (Rückkaufswert) deutlich unter der Summe der eingezahlten Beträge. Hieraus kann somit ein verrechenbarer Verlust entstehen.

Die Lebensversicherung erstellt hierzu eine Verlustbescheinigung. Als steuerpflichtige Einkünfte wird der Differenzbetrag zwischen der Auszahlungssumme aus der Kapitallebensversicherung und den geleisteten Versicherungsprämien berücksichtigt. Es kommt hierbei nicht darauf an, wer die Versicherungsprämien geleistet hat. Die Berechnung des Besteuerungsanteils (Auszahlungssumme ./. gezahlte Versicherungsbeiträge) erfolgt in der Regel durch die Versicherung. Im Ergebnis wird somit der Ertragsanteil der Auszahlungssumme besteuert. Beispiel: Auszahlungssumme = 25.000€ abzüglich gezahlter Beiträge inkl. Provision von 20.000€ ergibt steuerpflichtige Kapitaleinkünfte im Beispielfall von 5.000€. Anfallende Kapitalertragsteuer = 25% = 1.000€.

Wichtig: Läuft die Versicherung mindestens zwölf Jahre und erfolgt die Auszahlung nach Vollendung des 60. Lebensjahres des Versicherten, so werden nur 50% des wie vor ermittelten Ertragsanteils der Einkommensbesteuerung unterzogen und damit auch die anfallende Steuer halbiert. Als Nachweis für die steuerpflichtigen Einkünfte dient bei inländischen Kapitallebensversicherungen die von der Versicherung ausgestellte Steuerbescheinigung. Die Versicherung hat in diesem Fall bereits den 25%igen Kapitalertragsteuerabzug vorgenommen. Soweit der Sparerpauschbetrag nicht ausgeschöpft wurde oder der persönliche Einkommensteuersatz unter 25% liegt, kann die zu viel gezahlte Steuer mit Abgabe einer Einkommensteuererklärung zurückgefordert werden.

Wichtig: Altversicherungen! Die Auszahlung in einer Kapitalsumme aus einer Kapitallebensversicherung die vor dem 1.1.2005 abgeschlossen wurde, in der Regel steuerfrei. Dies jedoch nur soweit die damaligen Gesetzesvorschriften (§20 As. 1 Nr. 6 EStG) eingehalten wurden. Hierzu zählt eine Mindestlaufzeit von zwölf Jahren. Ebenso müssen die Voraussetzungen für den Sonderausgabenabzugs des damaligen § 10 (2) EStG erfüllt sein. Diese anfängliche Steuerfreiheit kann jedoch durch die steuerschädliche Verwendung (Abtretung) der Lebensversicherung zu Finanzierungszwecken entfallen. Ob und in welcher Höhe im Einzelfall die Erträge aus den Auszahlungen oder dem Verkauf einer Kapitallebensversicherung steuerpflichtig sind, ist im Detail sorgfältig zu prüfen. Dies am besten deutlich vor dem Fälligkeitstermin um Handlungsspielräume zu Steuerminimierung zu nutzen. Bei einer laufenden Rentenauszahlung aus einer privaten Versicherung (Lebensversicherung / Rentenversicherung mit Renten-/Kapitalwahlrecht) – die nicht zur Basisversorgung gehört - in Form einer lebenslangen Rente, fliest der Ertragsanteil nach der Tabelle gem. §22 Nr. 1 bb EStG in die Einkommensbesteuerung ein. Bei Renteneintritt im Alter von 60 Jahren beträgt der Ertragsanteil beispielsweise 22% (65 Jahre = 18%).

Weitere Ausführungen und Tipps zum Thema finden Sie unter www.steuer-gonze.de.
Ihr Dieter P. Gonze, Steuerberater

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Dieter P. Gonze, Steuerberater

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